12.09.2011

Glauben – Medien – Firmung

In der Seelsorgeeinheit „An der Glotter“  wurden 170 Jugendliche im Juli 2011 gefirmt. Deren Vorbereitung begann im März 2011 und beinhaltete ein breites Angebot an „Bausteinen“: „klassische“ Firmkurse in Gruppen unter Verantwortung von Firmbegleiter/innen, Kompakt-Angebote und Projekte. Ziel des hier beschriebenen Pilot-Projektes  „Glaube – Medien – Firmung“ war es, katechetische Inhalte  vor allem medial zu erschließen und zu vermitteln. Nachdem 2009 bereits ein ähnliches Konzept mit Hilfe eines Weblogs umgesetzt wurde, stand im Jahr 2011 auf der technischen Ebene eine Facebook-Seite im Vordergrund.

Die Arbeitsthese des Pilot-Projektes war, dass Facebook ein sinnvolles Instrument darstellen könne, um
•    verstärktes Interesse an medial aufbereiteten und somit vermittelten Inhalten der Firmvorbereitung zu wecken,
•    Jugendliche selbst entsprechende Inhalte suchen und präsentieren zu lassen
•    und einen Austausch über diese zu ermöglichen und zu fördern.

Sieben Jugendliche haben sich am Kurs „Glaube – Medien – Firmung“ beteiligt. Diese Vorbereitung auf ihre Firmung erhielt von ihnen ein gutes bis sehr gutes Feedback. Die starke Einbeziehung von Medien wurde hervorragend angenommen und bewertet. Die Erwartungen des Projekt-Verantwortlichen an die Facebook-Kommunikation konnten allerdings nur eingeschränkt erfüllt werden.

Die Gesamtbewertung des Projektes sieht für mich so aus:

1.    Der Einsatz von Medien (Film, Musik-Clip, Bild, Internet) in der Firmvorbereitung stellt ein aktivierendes und die Kommunikation unter den Teilnehmenden förderndes Element dar, das von Jugendlichen gern und kreativ genutzt wird.
2.    Medien stehen als „Material“ vielfältig zur Verfügung (Ausleihe von Filmen, Youtube / Internet als Fundstelle von Clips und Bildern)
3.    Die Suche von zu persönlichen Lebenssituationen passenden Bildern im Internet und deren Präsentation in der Facebook-Gruppe sind sehr eindrucksvolle Elemente und Instrumente:
•    Durch die Visualisierung von Gedanken, Einsichten, Wertungen und Haltungen können diese den anderen TN und der Gruppenleitung verdeutlicht und näher gebracht werden, als dies allein durch Wortbeiträge möglich wäre.
•    Für die Firmbegleiterin / den Firmbegleiter bieten die Bilder vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten zu Gespräch, Impuls und Verstärkung.
4.    Der Einsatz und die Besprechung von (Kurz-)Filmen in den Gruppenphasen findet eine sehr positive Resonanz.
5.    Die Bedeutung der Facebook-Gruppe für die Online-Kommunikation über Persönliches, Leben und Glauben, blieb hinter meinen Erwartungen zurück.  Facebook stellt damit nicht das für möglich gehaltene, niederschwellige Angebot dar, um über etwas in Austausch zu kommen, was auch im realen Gespräch unter Jugendlichen kaum vorkommt: die Glaubensdimension ihres Lebens.
6.    Die geschlossene Facebook-Gruppe ist eine bestens geeignete technische Plattform , um (Firm-)Inhalte zu platzieren und zu kommentieren:
•    Die meisten Jugendlichen sind auf Facebook vertreten.
•    Die Anwendungen sind bekannt und bedienerfreundlich.
7.    Eine geschlossene Facebook-Gruppe bietet für die Firmbegleiterin / den Firmbegleiter die Möglichkeit, auch unabhängig von den Treffen inhaltliche Akzente und damit Impulse für´s Nachdenken zu setzen.
8.    Eine alleinige „Online-Firmvorbereitung“ ist meiner Auffassung nach weder sinnvoll noch verantwortbar.
9.    Die Verbindung von Gruppenphasen und Online-Elementen ist wichtig und aus meiner Sicht auch zukunftsweisend:
•    Die Treffen in der Gruppe ermöglichen eine Vertrauensbasis, die erst Persönliches, auch im Internet, einbringen lässt.
10.    Die Begegnung und der reale Austausch unter den Jugendlichen und mit der Firmbegleiterin / dem Firmbegleiter bleiben somit weiterhin als personales Geschehen zentral und benötigen eine Gruppe als wesentliches „Medium“. Dem Internet, hier in Form der Facebook-Gruppe, kommt eine wichtige komplementäre Funktion zu.

Ich bin an einem Austausch über diese Erfahrungen und Einschätzungen interessiert und stelle das Projekt “Glaube – Medien – Firmung” deswegen hier in ausführlicher Fassung vor:

Kommentare

[...] Sehr interessant erscheint mir der Ansatz aus dem Erzbistum Freiburg zu sein. Auf dem Blog “Sendezeit” kann nun nachgelesen werden, wie neue Medien (Facebook lässt grüßen) bei der [...]

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