Im Kontext der missionarischen Initiative “Glauben – Bekennen – Handeln” der Erzdiözese Freiburg laden wir andere katholische Bloggerinnen und Blogger ein, uns in einen kurzen Text (möglichst nicht mehr als 2000 Zeichen) zu schreiben, warum sie katholisch sind. In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir diese “Bekennerschreiben”. Die Reihe startet mit dem Bekennerschreiben von Scipio, dem Blogger von “Credo ut intelligam“.
„What else is there? Was gibt es denn sonst?“- so salopp beantwortete der Schriftsteller Walker Percy einmal die Frage, warum er katholisch sei, wohl wissend, daß es Alternativen gibt, die der Mehrzahl unserer Zeitgenossen plausibler vorkommen als die christliche Religion in ihrer katholischen Ausprägung, mit ihren „Stahlträgern“ von Credo, Dogma, Tradition, Morallehre, Papsttum.
„What else is there?“ – Am Anfang meines Lebens gab es tatsächlich nichts anderes. Die Kirche war ohne Alternative für das gründlich katholisch sozialisierte 60er-Jahre-Kind aus der Provinz. Doch anstelle eines mindestens so wahrscheinlichen Bruches mit der Herkunftsreligion widerfuhr dem Jugendlichen und jungen Mann ein weiteres Hineinwachsen in den großen Raum der Kirche: durch Ministrantendienst und Zeltlager, durch Begegnungen mit gläubigen Erziehern und vorbildlichen Priestern, durch Erfahrungen mit vielen Freunden in der geistlichen Bewegung Schönstatt. Die intellektuelle Neugierde stillten derweil Schriftsteller wie Chesterton und Bernanos, Dichter wie Péguy und Hopkins, Theologen wie von Balthasar und Ratzinger.
Aus kindlich-heimatlicher Enge wurde katholische Weite. Katholisch sein, so erlebte ich, bedeutet nicht die Augen zu verschließen, sondern sehen zu lernen. „Recht hat, wer mehr sieht, mehr zu umgreifen vermag, gerade auch Gegensätze und Spannungen, die anderswo isoliert, verabsolutiert auftreten“ (Hans Urs von Balthasar).
Wäre es anders gekommen – ohne diese Eltern, diese Freunde, die vielen zufälligen Begegnungen? Das mag sein, doch umso dankbarer sehe ich die Hand Gottes in diesen Fügungen, sehe die Richtung seiner unergründlichen Wege für mich.
So ist der eigentliche Grund meines Katholisch-seins dieser: Ich bin katholisch, weil ER mich führte, weil ER rief und mir gab, daß ich IHN hörte, weil ER mir als Schöpfer, als Heiland, als glühendes Feuer begegnet ist. Weil ER mir die katholische Kirche als den Ort für meinen Dank und für meinen langen Heimweg zu IHM schenkte.
Scipio gehört zum “Urgestein” der katholischen Bloggerszene in Deutschland: Bereits seit Juli 2002 betreibt er “Credo ut intelligam“, also schon zu Zeiten, als das Stichwort “Web 2.0″ noch nicht einmal erfunden war.
Wenn Sie katholischer Blogger oder katholische Bloggerin sind und Ihr “Bekennerschreiben” hier veröffentlichen möchten, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf: medienpastoral@seelsorgeamt-freiburg.de
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Hinweis der Redaktion: In unregelmäßiger Folge bitten wir Gastautorinnen und -autoren um Beiträge für unseren Blog. Diese Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
Geschrieben von: Norbert Kebekus
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